Frischer Wind im Schlitzerland Betonteile des Hybridturms werden verladen

Projekt Berngerode – ein ganz besonderer Windpark

Unmittelbar vor unserer Haustür – in der Verlängerung unseres Grundstückes – baut seit Februar 2014 die Wiesbadener Firma ABO Wind den Windpark „Berngerode“ mit 12 Anlagen des Typs GE 2.5-120, mit jeweils einer Nabenhöhe von 139 m. Dass dieses Projekt etwas ganz Besonderes ist, zeigte sich bereits kurz nach Beginn der Bauarbeiten.

Das zeitkritische Mammutprojekt in einer anspruchsvollen Topografie sollte auch für uns eine Herausforderung werden, welche wir aber trotz des Druckes und teils widriger Voraussetzungen meisterten.

Im März 2014 wurde mit den umfangreichen Wegebaumaßnahmen begonnen, nachdem zwei Wochen zuvor die finale Baugenehmigung erteilt wurde.

Hunderte von Schotter-LKWs waren notwendig, um die ca. 10 km Straße zu bauen, die für die Erschließung des Windparks notwendig war. An drei Stellen wurden die Steigungs- und Gefällstrecken, mit bis zu 20 % Neigung, asphaltiert.

Trotz der guten Vorbereitungen durch die Bauherren ließen sich aber zunächst die logistischen Probleme nicht aus der Welt schaffen. Es galt nun je Turm insg. 36 schwere Betonteile (Gewicht 25–60 to) den Berg hinauf bis an den dort stehenden 750-to-Kran zu bekommen, welcher dort den Hybridturm (Beton- und Stahlturm) bis auf die ersten 86 m errichten sollte. Das Befahren der Baustelle mit herkömmlicher Schwerlast-Technik schied bedingt durch die Steigungen und die Enge im Wald aus.

Die Lösung: Alle angelieferten Betonteile wurden auf unserem Gelände nachts – unmittelbar nach Eintreffen der bis zu 5,50 m breiten Transporte – entladen und anschließend durch uns step by step zu den einzelnen Baustellen in den Wald gefahren. Da wir diese Steigungen trotz wandlergetriebenen Zugmaschine nicht in dieser Frequenz hätten erklimmen können, wurde von uns nach einer Lösung gesucht – und auch gefunden.

Ein Zugmaschine des Typs Faun SLT „Elefant“ wurde kurzerhand beschafft, überarbeitet, umgebaut und als zusätzliches Zuggefährt mit einer Antriebsformel 8×8 und 950 PS in den Einsatz gebracht. Vorgespannt vor unseren 13-Achser gab es nunmehr für das bis zu 180 to schwere Gespann kein Halten mehr.

Nachdem die 12 Betontürme errichtet waren, ging es nun darum, die Komponenten des Anlagenherstellers GE (Generell Electric) „den Berg

hoch zu bekommen“: unter anderem je Anlage 3 Rotorblätter a 60 m Länge, 2 Stahlturmsegmente sowie ein Maschinenhaus mit ca. 80 to samt Tieflader ca. 140 to. Auch hier zeigte sich der wandlergetriebene Faun als eine optimale Lösung. Fein dosiert und dennoch mit voller Kraft ging es die Berge hoch – und auch wieder runter. Gesamtzuggewichte von bis zu fast 180 to überwunden die Gespanne „spielend“ in Schrittgeschwindigkeit.

Es waren Lösungen, welche baustellenübergreifend in der Branche für Aufsehen sorgten. Mit dem logistischen Konzept konnten wir einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, das ehrgeizige Projekt „12 Anlagen in nicht mal einem Jahr“ zu realisieren. Durch die Bündelung der Transportkapazitäten und dem Entladen der Komponenten auf unserem Gelände konnten die anliefernden Transportfahrzeuge umgehend entladen werden, um erneut in das Fertigteilewerk zu fahren und dort neue Ladung aufnehmen zu können. Jedes einzelne Bauteil wurde pünktlich von uns „unter dem Kran“ bereitgestellt, bzw. wurde von uns dorthin gezogen. Es kam diesbezüglich zu keinerlei Wartezeiten! Der Baustellenverkehr im Wald wurde durch das Bündeln der Transportkapazitäten um bis zu 45% reduziert!

Umsetzung des GroßkranesBauleiter Thomas Rumpf mit Bauleiter Betonturm Max Bögl, Jan Lebeda zusammen mit Volker BäumlDer erste Einsatz der neuen Raupe LR1600/2 der Fa. KVNVorpannen des „Elefanten“ vor der Steigung - hier ein Stahlturm20% Steigung mit 1450 PS - kein ProblemBaustellenlogistik - Verladung der Betonteile auf unserem GeländeGrundgerät der LR1600/2Festmachen - besonders wichtig!